LGT Medienpreis 2021: Bau doch Boomer – Hatten es unsere Eltern leichter beim Kauf von Immobilien?

Johannes Vogt gewinnt mit “Bau doch Boomer”

Dieses Jahr wurde der LGT Medienpreis 2021 mit einer Gesamtdotierung von 9.000 Euro an vier Gewinner in zwei Kategorien vergeben: Jonas Vogt (Der Standard) gewann in der Kategorie Print. In der Sonderkategorie „Covid-19“ gab es mit Eric Frey (Der Standard), Andreas Szigetvari (Der Standard) und Madlen Stottmeyer (Die Presse) gleich drei Gewinner.

Der Preisträger

Jonas Vogt (Der Standard) überzeugte mit seinem Beitrag „Bau doch Boomer – Hatten es unsere Eltern leichter beim Kauf von Immobilien?“ in der Kategorie „Print“. Franz Schellhorn, Leiter der Denkfabrik Agenda Austria und Jury-Mitglied: „Bekanntlich ist ja alles sehr kompliziert – doch dann kam Jonas Vogt und hat einen sehr komplexen Sachverhalt für jedermann verständlich aufgelöst. Ein hervorragend geschriebener Beitrag, der wirklich Freude macht.“

Ein Auszug aus dem Boomer-Pashing

So schreibt Vogt: “Wenn Sie sich noch an die Zeit erinnern können, als Milch und Honig die Kärntner Straße entlangflossen, sind Sie vermutlich ein Baby-Boomer. Sie hatten es einfacher damals. Es gab ein stetiges Wirtschaftswachstum, die Jobs waren so sicher wie die spätere Luxuspension, das Gehalt eines Installateurs reichte für einen Palast. So oder so ähnlich war das damals.”

Boomer und Mimimi-Millennials – Vorwürfe auf beiden Seiten

Vogt weiter: “Seit Jahren schwelt eine gesellschaftliche Diskussion vor sich hin, die auf diesem – natürlich völlig übertrieben beschriebenen – Gegensatz beruht: Frühere Generationen hätten es einfacher gehabt. Die jungen Leute wären zu spät zur Party aufgetaucht, und jetzt sei halt der Kartoffelsalat schon weg. Es geht um ein gegenseitiges Unverständnis, stumme Vorwürfe, die 2019 in einer Phrase kumulierten: “Okay, Boomer”. Ein rhetorisches Augenrollen, das die eigene Frustration ironisierte: Mach du mal, Boomer. Zwischen deinem Leben und meinem gibt es eine so große Kluft, dass es sich nicht mal zu Reden lohnt.

Boomer ohne Smartphone und Marken-Sneakers

Vogt bringt das Hin und Her der Generationen gut auf den Punkt: “Millennial-Jammerlappen auf der einen; saturierte, verständnislose Boomer auf der anderen Seite. Das ist die Ausgangslage einer Debatte, die sich immer wieder an einzelnen Punkten entzündet – zum Beispiel am Erwerb von Immobilien. Da wirkt es in der Diskussion gerne mal, als hätte man das Eigenheim früher auf dem Rückweg vom “Konsum” mit dem Wechselgeld erstehen können. Und es gibt auch den impliziten Vorwurf an die Millennials: Wenn ihr euch am Riemen reißen würdet, könntet ihr das auch alles haben.”

Boomer vs. Millenials – wer gewinnt am Ende?

Fazit: “Einen Berufseinstieg in einen schwachen Arbeitsmarkt trägt man mit Pech ein ganzes Arbeitsleben lang als Rucksack mit herum. Letzteres könnte ein Problem sein, nicht nur für die Millennials oder die Gen Z, sondern auch für die Baby-Boomer. Viele von ihnen werden in den nächsten Jahren ihre Häuser verkaufen wollen. Die wahrscheinlichsten Käufer sind Millennials. Das kann ja heiter werden.” (Jonas Vogt, 12.9.2020) Den zurecht preisgekrönten Artikel lesen Sie in seiner gesamten Länge gerne auf Standard.at

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